Seit Jahrzehnten sind die baulichen Mängel am Gebäude der IGS Süd bekannt. Seit einem Jahr arbeiten wir mit 6 gesperrten Räumen. Das ist für alle herausfordernd. Nun sollen ab den Osterferien 15 weitere Räume gesperrt werden und damit nicht mehr für die pädagogische Arbeit zur Verfügung stehen. Wir sind nur ein Beispiel von sehr vielen. So kann es nicht weitergehen.
Frankfurt ist eine reiche Stadt in einem reichen Land. Gerade wurde von einem abgewählten Bundestag eine Option auf unbegrenzte Kreditaufnahme für Militärausgaben beschlossen, während der Kredit für alle Infrastrukturmaßnahmen in ganz Deutschland auf 500 Milliarden Euro begrenzt ist. Davon sind die Ausgaben für Bildung nur ein kleiner Teil. Hier wird – nach dem 100 Milliarden Euro Sonderkredit für die Rüstung – erneut sichtbar, dass der Bildungsnotstand höchstens zweitrangig ist. Gleichzeitig wurden auch noch unsere schulischen Rücklagen von etwa 150.000 Euro gestrichen – eine weitere Sparmaßnahme auf dem Rücken der gesamten Schulgemeinde.
Die Leidtragenden dieser Prioritätensetzung sind vor allem die Kinder und Jugendlichen, aber auch die Eltern, die Familien sowie alle Menschen, die in der IGS Süd arbeiten. Wir fragen: Wie sollen wir unter diesen Bedingungen das Menschenrecht auf Bildung noch gewährleisten? Der Rest des Gebäudes bleibt nur nutzbar, weil alle Flure mit etwa 500 Metallstreben abgestützt werden. Jeden Tag wird sichtbar sein: Wir sollen in einem einsturzgefährdeten Gebäude lernen und arbeiten.
Innerhalb von einem Jahr hat die Zahl der nicht mehr nutzbaren Räume von 6 auf 21 zugenommen. Weitere „Ausweichräume“ haben wir nicht. Die Vorfälle von Marburg und Kassel sind uns noch in Erinnerung. Zu allem Überfluss soll dieser unerträgliche Zustand nicht nur wie zugesagt bis zum Sommer 2026 andauern, sondern der Umzug wird – mal wieder – verschoben, dieses Mal auf 2028. Dieser Wortbruch sorgt für weitere Unklarheiten: Wird es dann 2028 wirklich so sein und wird das Gebäude so lange überhaupt noch durchhalten? Und noch viel schlimmer: Die Zukunft der Schule steht auf dem Spiel: Welche Familie, welches Kind will sich in so einer Schule anmelden?
Frau Weber (Frankfurter Bau- und Bildungsdezernentin) und Herr Schwarz (hessischer Minister für Kultus, Bildung und Chancen), kommen Sie gern einmal in die IGS Süd, um sich selbst zu überzeugen: Sie sind jetzt gefordert. Sie müssen jetzt handeln. Wir brauchen:
- Verlässliche Zusagen! Auslagerung an den Ersatzstandort wie geplant im Sommer 2026!
- Schnelle und unbürokratische Lösungen! Container für den Übergang, um wieder Platz zum Lernen und Arbeiten zu haben!
- Erhebliche Mittel und Personal für Bildung, Schulen und Schulbau!