Der Stadtverband der GEW in Frankfurt unterstützt die AG Proteste und ihr Anliegen einer verlässlichen und bedarfsgerechten Finanzierung der Kinder- und Jugendhilfe. In der AG haben sich freie Träger der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA), der Jugendverbandsarbeit und der Jugendhilfe in der Schule in Frankfurt am Main zusammengetan (vgl. Selbstverständnis der AG Protest).
Apell
Keine Kürzungen durch die Hintertür. Wir brauchen eine konsequente Stärkung der Jugendhilfe in Schule, um Bildungsgerechtigkeit zu gewährleisten, soziale Ungleichheit wirksam abzubauen, Kinderschutz zu sichern und Partizipation zu fördern.
Hintergrund
In der vorläufigen Haushaltführung wurde der Antrag der AG 78 und des Stadtschulamtes auf Anhebung des POA-Mittelwerts des Förderprogramms Jugendhilfe in der Schule abgelehnt. Das Ausbleiben der Anpassung und die Fortführung des Finanzierungsmodells aus dem Jahr 2020 hat verheerende Folgen für alle Kinder und Jugendliche in Frankfurt. Eine akute Gefährdung des Rechts auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben besteht für alle Schüler*innen an Förder-, Grund-, Haupt-, Real- und Gesamtschulen in Frankfurt.
Zentrale Forderungen der AG Protest
Finanzierung sichern und realistisch anpassen
Die Stadt muss die Finanzierung der Jugendhilfe in Schule endlich an die aktuellen Bedarfe anpassen.
- Rücknahme der Ablehnung der Mittelanpassung
- Dynamisierung der Finanzierung, damit Kostensteigerungen künftig automatisch berücksichtigt werden
- Verlässliche Finanzierung als Grundlage für das Recht auf Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen
Bildungsgerechtigkeit statt struktureller Benachteiligung
- Klare politische Abkehr von Maßnahmen, die soziale Ungleichheit verstärken.
- Stopp aller Kürzungen, insbesondere bei Binnendifferenzierungsstunden und Sozialindex.
- Konsequente Ausrichtung aller Maßnahmen auf Chancengleichheit und Teilhabe.
Förderprogram Jugendhilfe in der Schule
Jugendhilfe an Förderschulen
- Zwei zusätzliche Vollzeitstellen an jeder Förderschule.
- Personelle Aufstockung von zwei Vollzeitstellen der Jugendhilfe, um individuelle Unterstützungsbedarfe und Kinderschutz bedarfsgerecht zu begegnen.
- Schaffung echter Begegnungsräume für gelebte Inklusion.
- Perspektivwechsel: Weg von Ausgrenzung – hin zu inklusiven Bildungsstrukturen.
Jugendhilfe an Haupt-, Real-, und Gesamtschulen stärken
- Sofortige Anhebung des POA-Mittelwerts auf den Stand von 2024.
- Erhalt und Ausbau von freizeitpädagogischen Angeboten, die soziale Teilhabe ermöglichen.
- Erhöhung der Koordinationsstunden von 6 auf 10 an den großen Standorten, um Qualität Beteiligung zu gewährleisten.
- Die angekündigten Kürzungen am Sozialindex sind zurückzunehmen. Sie gefährden schulische Fördermaßnahmen, Lehrstellen und die Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe.
- Das Förderprogramm ist gefährdet, wenn die Jugendhilfe kompensatorische Maßnahmen ergreifen muss.
- Die Jugendhilfe kann wegfallende Ressourcen nicht kompensieren. Deshalb braucht es eine verlässliche, bedarfsgerechte finanzielle Planungssicherheit, um die Angebote zur Partizipation und Chancengleichheit für Schüler*innen zu sichern.
Jugendhilfe an Grundschulen bedarfsgerecht ausstatten
- Verdopplung der personellen Ausstattung (von 50 % auf 100 %).
- Zusätzliche (Vollzeit)-Stellen an jeder Grundschule berechnet anhand der Schüler*innenzahlen.
- Vollzeit-Koordinationsstellen an allen Grundschulen.
- Frühzeitige Förderung als Schlüssel für langfristige Bildungsgerechtigkeit.