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In dankbarer Erinnerung an Alexander Wagner

Aus: FLZ Nr. 2-25, S. 12

Am 19. Februar ist Alexander Wagner im Alter von nur 45 Jahren viel zu früh und gänzlich unerwartet verstorben. Wir sind fassungslos und traurig über den plötzlichen Tod von Alex. 

Alex ist in Mittelhessen groß geworden und hat sich schon früh in der Schülervertretung von der Kreis- bis zur Bundesebenen engagiert. Seine von Empathie und Solidarität geprägten Überzeugungen und seine gleichermaßen zugewandte wie verbindliche Haltung haben ihn schon damals ausgezeichnet. In seiner Zeit als Sprecher der Landesschüler:innenvertretung arbeitete er im „Bündnis Bildung für alle“ mit, einem breiten Zusammenschluss verschiedener fortschrittlicher Institutionen, Vereinigungen, Gewerkschaften und Parteien im Bildungsbereich in Hessen. Seit 2002 war Alex Mitglied der GEW und war maßgeblich an der Gründung der GEW-Studierendengruppe an der Johann Wolfgang-Goethe-Universität 2003 beteiligt. Auch in seiner Funktion als AStA-Referent für Hochschulpolitik verlieh Alex unserem gemeinsamen Anliegen einer Bildung für alle eine starke Stimme. Zusammen mit ihm haben wir einige Aktionen und Veranstaltungen durchgeführt. Besonders zu nennen ist seine aktive Rolle in den Aktionen und Streiks gegen die Einführung der Studiengebühren, die letzten Endes erfolgreich verhindert werden konnten.

Über viele Jahre gehörte er auch dem Vorstand des Regionalverbandes Hochschule und Forschung Frankfurt/Südhessen an. Er schrieb Beiträge für unsere Hochschulzeitung sowie die bundesweite Studierendenzeitung, war unverzichtbarer Bestandteil der Betriebsgruppe an der Goethe-Universität, organisierte Streik- und Protestaktionen, unterstützte das Organizing-Projekt, engagierte sich in der hessenweiten Mittelbauvernetzung. Die Landesdelegiertenversammlung wählte Alex 2008 und 2021 in das Referat Hochschule und Forschung.

Nach Abschluss seines Studiums der Politikwissenschaften war Alex ab 2013 für den DGB tätig, zuerst als Jugendbildungsreferent in Gießen, ab 2016 als Organisationssekretär in Frankfurt. Er war für uns ein hilfsbereiter GEW-Kollege bei der Zusammenarbeit im Vorstand des DGB-Stadtverbands, vor allem wenn es für uns als Ehrenamtliche zeitlich mal wieder eng wurde. Nicht zu vergessen ist, dass Alex In seiner Funktion als stellvertretender Frankfurter DGB-Vorsitzender auch die Treffen der DGB-Senior*innen organisatorisch vorbereitet und inhaltlich begleitet hat. 

Herzensthemen waren ihm darüber hinaus die Erinnerungskultur, die internationale Solidarität sowie die Bildungsarbeit, nicht zuletzt im Rahmen des GEW-Bildungswerks lea. Zudem hat Alex die antifaschistischen Stadtrundgänge mit konzipiert und durchgeführt. Das Buch zu diesem Projekt ist mit seiner maßgeblichen Beteiligung entstanden und erst vor wenigen Wochen erschienen.

Alle, die mit ihm zusammengearbeitet haben, werden Alex als engagierten und couragierten, kompetenten und freundlichen, kenntnisreichen und solidarischen Kollegen in Erinnerung behalten. Mit Alex haben wir nicht nur einen leidenschaftlichen Gewerkschafter, sondern auch einen Freund verloren, den wir sehr vermissen.

Simone Claar, Christoph Baumann und Dirk Kretschmer