GEW fordert Minimalmaßnahmen für den Gesundheitsschutz bei Schul- und KiTa-Öffnung

Möglicherweise wird bald bekanntgegeben, ob und in welcher Form KiTas und Schulen wieder geöffnet werden. Diese Öffnung sollte allerdings schrittweise mit ausreichender Vorbereitung und Unterstützung erfolgen. Ziel sollte dabei sein, die Gesundheit der Beschäftigten sowie der Kinder und Jugendlichen, die sich in den Einrichtungen aufhalten werden, zu schützen.

Vor einer Öffnung müssen aus Sicht der GEW Frankfurt die hygienischen Verhältnisse konkret vor Ort überprüft und im Bedarfsfall schnelle Maßnahmen zur Behebung von Missständen ergriffen werden. Dabei sollte es keinen Zuständigkeitsstreit, sondern den ernsthaften Willen von Stadt, Land und Trägern geben, Probleme konkret und unbürokratisch zu lösen. Und derer gibt es in Frankfurt genug: Fehlende oder nicht funktionierende Waschgelegenheiten, verwahrloste Toiletten, zu wenige und zu kleine Räume sowie nicht ausreichende Reinigung sind Beispiele, auf die wir schon seit Jahren hinweisen. Auf keinen Fall sollte mit Floskeln wie „die Entscheidungen werden am besten konkret vor Ort getroffen“ die Verantwortung in weiten Teilen auf KiTa- und Schulleitungen abgewälzt werden. Auch diese geben ihr Bestes und benötigen vor allem zusätzliche Unterstützung bei der Bewältigung der anstehenden Aufgaben und der Umsetzung der konkreten Maßnahmen! In manchen Einrichtungen kann beispielsweise aufgrund einer hohen Zahl an Beschäftigten, die einer Risikogruppe angehören, bereits die Einsatzplanung zur großen Herausforderung werden.

Wir erwarten, dass für jede Schulform und auch für Kindertagesstätten eine Mustergefährdungsanalyse erstellt wird, in der die medizinisch gebotenen Schutzmaßnahmen definiert werden, die dann auch vom Arbeitgeber sowie im Falle der Schulen vom Schulträger umgesetzt werden müssen.

Mindestens folgendes muss gewährleistet werden:

  • keine Person, die einer Risikogruppe angehört, soll sich in der Einrichtung aufhalten (gilt für Kinder und Beschäftigte)
  • eine ausreichende Ausstattung mit Desinfektionsmitteln, Flüssigseife, Einweghandtüchern und vor allem funktionierenden Waschgelegenheiten in möglichst vielen Räumen, sowie die ausreichende Bereitstellung von weiterer Schutzausstattung
  • genügend funktionsfähige und benutzbare Toiletten
  • an die medizinischen Notwendigkeiten angepasste Gruppengrößen, die auch die räumlichen und personellen Gegebenheiten vor Ort berücksichtigen
  • regelmäßige, häufige und gründliche Reinigung der Sanitäreinrichtungen, Waschgelegenheiten und Oberflächen (Tische, Computertastaturen, Türgriffe), dafür müssen höhere Zeitkontingente als bisher oder Präsenzkräfte bereitgestellt werden
  • durchgängige Erreichbarkeit von zuständigen Stellen, um auftretende Probleme schnell und unbürokratisch im Sinne der Betroffenen vor Ort lösen zu können

 

Laura Preusker und Sebastian Guttmann

Vorsitzendenteam GEW Bezirksverband Frankfurt