"Arbeitsbelastung ist nicht nur ein subjektives Gefühl!"

Vertrauensleute und Personalräte diskutieren die Arbeitszeitstudie aus Niedersachsen

Am 29. August fanden etwa 120 Vertrauensleute und Personalrät*innen aller Schulformen in Frankfurt den Weg in den Wilhelm-Leuschner-Saal des DGB-Hauses. Neben den kämpferischen Grußworten der Landes- und der Bundesvorsitzenden der GEW, Maike Wiedwald und Marlis Tepe, stellte Frank Mußmann die Arbeitszeit- und Arbeitsbelastungsstudien aus Niedersachsen vor (siehe Präsentation und Link unten). Er ist Leiter der Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften an der Georg-August-Universität Göttingen und Mitautor der Studien.

Im Zentrum der Diskussionen darum, wie wir unsere berechtigten Forderungen nach besseren Bedingungen in den Bildungseinrichtungen im Landtagswahlkampf Nachdruck verleihen können, standen die zentralen Ergebnisse der Studien. Dazu gehört etwa, dass die teilnehmenden Lehrkräfte gut ein Drittel ihrer Arbeitszeit mit unterrichtsfernen Tätigkeiten zubringen müssen. Oder Kolleg*innen mit vollen Stellen mehr Tätigkeiten im Verhältnis zur Arbeitszeit ausfüllen müssen als Lehrkräfte in Teilzeit. Während erstere oft darunter leiden, nicht genug Zeit für eine umfassende Unterrichtsvorbereitung zu haben, nehmen letztere eine Reallohnkürzung in Kauf.

In den darauf folgenden Diskussionen wurde schnell klar, dass die Ergebnisse aus Niedersachsen die anwesenden Kolleg*innen alles andere als überrascht zurückgelassen hat. Denn die Ergebnisse passen nur allzu gut zu ihrem eigenen Arbeitsalltag an den Frankfurter Schulen. Eine Kollegin brachte es auf dem Punkt: "Das hat richtig gut getan, wissenschaftliche Belege für unsere Arbeitsbelastungen vorgestellt zu bekommen. Arbeitsbelastung ist eben doch nicht nur ein subjektives Gefühl!" Eine andere verwies darauf, dass etwa in den skandinavischen Ländern seit Jahrzehnten vorgemacht werde, dass bessere Bedingungen für Bildung möglich seien. „Es braucht verdammt noch mal den politischen Willen. Deshalb gehe ich auch auf die Demo am 22. September. Die wird zwar auch nicht von heute auf morgen alles Verändern. Aber wenn wir jetzt nicht lautstark protestieren, wann dann?!“