Danke Ante!

Die GEW Frankfurt gratuliert der Eintracht zum fünften Pokalsieg

Gehofft haben wir es alle, aber dass die Sportgemeinde Eintracht als Pokalsieger 2018 gegen die übermächtigen Bayern vom Platz gehen würde, wow! Die Diva vom Main zeigte sich von ihrer schönsten Seite. Die Jungs hauten sich derart rein, dass der Edelkader aus München alt aussah.

Ante Rebić ist nicht nur der offizielle „Man of the Match“, er ist seit dem 19. Mai und seinen beiden Willenstoren der Pokalheld aller Eintracht-Fans. Und hatte nicht schon jede*r von uns einen Ante in einer Lerngruppe?! Kein Freund der vielen Worte, gilt zunächst als schwierig und entfesselt seine faszinierenden Stärken sobald man ihm Struktur bietet und so nimmt wie er ist.

Bereits zum Jahreswechsel hat uns als Gewerkschafter*innen eine weitere Stimme aus dem Riederwald begeistert, Eintracht-Präsident Peter Fischer, und den Autor dieser Zeilen zum Vereinseintritt bewegt. Fischer hatte im FAZ-Interview klar Stellung gegen die völkisch-nationalistische AfD bezogen:

„Es verträgt sich nicht mit unserer Satzung, AfD zu wählen. Es kann niemand bei uns Mitglied sein, der diese Partei wählt, in der es rassistische und menschenverachtende Tendenzen gibt. Wir als Eintracht Frankfurt sind als Gegner der Antisemiten bekannt und von unserer Geschichte geprägt ...“ (faz.net vom 28.12.17)

Und spielt damit auf die Schmähung des Clubs durch die Nazis als die „Juddebube“ an.

Kevin Prince Boateng hat sich seinerseits als wahrer Meister des Dopplepasses mit Rebić und Fischer erwiesen. Im Januar wird sein Kollege Blaise Matuidi (Juventus Turin) von gegnerischen Fans rassistisch beleidigt und der Modekonzern H&M schaltet eine Werbung, für die ein schwarzer Junge in ein Shirt mit „Coolest Monkes in the Jungle“-Aufdruck gesteckt wurde. Der Prince reagiert mit einem Aufruf zu einem internationalen Zusammenschluss gegen Rassismus und sieht sich in diesem Zusammenhang auch an der Seite Fischers.

Auf dem Römerbalkon erzählt er dann von seinem Taktikgespräch mit Rebić. Der habe ihm vor dem Spiel „mit seinem Superdeutsch“ gesagt „Bruda, schlag den Ball lang!“ Und er habe geantwortet „Bruda, ich schlag den Ball lang.“ Wenn das nicht ein gelebtes Stück Frankfurt ist.

Und für dieses Frankfurt möchten wir anregen, künftig am 19. Mai die Arbeit Arbeit sein zu lassen um das „Antedankfest“ (SGE4ever) gebührend zu begehen. Danke Ante, danke Eintracht. Wir gratulieren euch zum Pokalsieg!

Dieser Artikel ist soeben in einer gekürzten Version in der  FLZ Nr. 2/2018  auf Seite 20 erschienen.