In den nächsten Monaten soll das Areal vom Campus Bockenheim verkauft werden. Mit dem Umzug der J.W. Goethe-Universität sind große Gebäude bereits geräumt und könnten kurzfristig genutzt werden. Wir zeigen den Bedarf auf und berichten über die erfolgreiche Aneignung öffentlichen Raums durch Künstler im Hamburger Gängeviertel.
Mittwoch, 5. Mai, 19.30 Uhr
Campus Bockenheim, Studierendenhaus, Festsaal
- Michael Meininger (AStA-Vorsitzender der Hochschule für Musik und darstellende Kunst): Campus Bockenheim: Standort für Bildung und Kultur
- Jan Deck (Landesverband professioneller, freier Theater): Proben und Spielstätten
- Jakob Sturm (basis frankfurt.e.v.): freie Räume für Kunst und Kreative
- Yasna Schindler (ID Frankfurt / Independent Dance): Tanzplattform Bockenheim - Freiräume für den Tanz
- Marion Walter (Bildhauerin) und Ulrike Sitte (Stadtplanerin) aus dem Hamburger Gängeviertel: "Recht auf Stadt"
Ehrengast: Willy Praml
Veranstalter:
Bürgerinitiative „Ratschlag Campus Bockenheim“
Unterstützt von: AStA der J.W. Goethe-Universität, AStA der HfMdK, attac Frankfurt, Dondorf-Initiative, GEW BV Frankfurt, KunstGesellschaft, Landesverband professionelles freies Theater, Mitglieder: Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke, SPD
Bis zum Jahr 2014 soll die J. W. Goethe-Universität ihren Standort in Bockenheim aufgeben. Bereits jetzt sind Gebäude geräumt und dem Verfall preisgegeben. Das Philosophikum in der Gräfstraße, ein Denkmal-geschützter Kramer-Bau, wird von der J.W. Goethe-Universität als Abstellkammer missbraucht. Der öffentliche Raum auf dem Campus Bockenheim wird zunehmend zur Brache.
Wir wollen einer Entwicklung entgegen wirken, bei der den meistbietenden Investoren die Zukunft unseres Stadtteils überlassen wird, wir verlangen eine Stadtplanung, die an den Bedürfnissen und Interessen – sprich an dem Gemeinwohl der Frankfurter BürgerInnen - orientiert ist. Dazu gehören:
Bezahlbare Wohnungen, auch für alternative Wohnformen
Grünflächen auf dem Campus Bockenheim und weitere Maßnahmen zur Verbesserung des Mikro-Klimas
Umzug der HfMdK an die Bockenheimer Warte,
Erhalt historischer Gebäude wie Studierendenhaus, Dondorf-Druckerei, Philosophikum und Nutzung auch für kulturelle und soziale Einrichtungen.
Leerstehende Räume könnten schon kurzfristig genutzt werden:
· In der alten Mensa wäre Platz für freie Musik-,Tanz-und Theatergrupppen.
· Das Philosophikum bietet Raum für KünstlerInnen, deren Bedarf an bezahlbaren Wohn-und Atelierräumen bei weitem nicht gedeckt ist und die deshalb dieser Stadt den Rücken kehren. Notunterkünfte für Studierende, die zwar einen Studienplatz in Frankfurt gefunden haben, aber kurzfristig noch keine Wohnmöglichkkeit. Perspektivisch könnte dieses Gebäude kernsaniert werden und Wohnraum bieten.
Das Hamburger Gängeviertel zeigt, dass solche Alternativen möglich sind:
Dort hatten im August 2009 mehr als 200 KünstlerInnen das historische Viertel in der Hamburger Innenstadt besetzt, um die historischen Gebäude zu retten und auf die Raumnot von Künstlern hinzuweisen. Daraus entwickelte sich eine breite Bewegung, die unter dem Motto "Recht auf Stadt" eine Stadtentwicklung fordert, die nicht die übliche Mischung aus Büros, Geschäften, Cafés und hochpreisigen Wohnungen in den Mittelpunkt stellt. Mittlerweile kaufte der Hamburger Senat das Gebiet von dem niederländischer Investor zurück und kündigte an „das Gängeviertel zu einem lebendigen, kreativen, innerstädtischen Quartier weiterzuentwickeln."








